Pressemitteilung

Interview mit dem Spitzenkoch Alexander Herrmann: Wahrhaftigkeit – Auf dem Teller und im Leben

26. Februar 2020

Am Freitag, 17. April 2020, ist Alexander Herrmann zu Besuch auf der LEIF in München. Dort präsentiert er Einblicke in seine große Live-Show, mit der er derzeit in ganz Deutschland unterwegs ist. Mitbringen wird er unter anderem sein neues Kochbuch „Weil´s einfach besser ist“ und jede Menge Tipps und Tricks für die Küche zuhause. Bereits im Vorfeld der LEIF (17. bis 19. April, Messe München) stand er für ein Interview zur Verfügung.


Herr Herrmann, als Kind wollten Sie Jediritter oder Tierarzt werden. Sie sind dann doch Sternekoch geworden. Warum haben Sie Lichtschwert gegen Kochlöffel getauscht und sich für die Schlacht in der Küche entschieden?

„Das ist richtig. Den Wunsch Tierarzt zu werden, hatte ich schon im Vorschulalter. Und als unser Hund zuhause einmal krank war, bin ich direkt als praktizierender Arzt tätig geworden. Ich habe ihn mit Eukalyptussalbe behandelt, wie ich das aus meiner eigenen Erkältungsgeschichte kannte. Tja, was soll ich sagen, unser Hund lebte danach noch sehr lange, was aber nicht auf meine Behandlungsmethode zurückgeführt wurde. Im Gegenteil. Mein Vater machte mir klar, dass meine Talente wohl eher in anderen Bereichen liegen.

Also, dachte ich Jediritter wäre eine gute Idee. Mir wurde aber schnell klar, dass dafür die Ausbildungsmöglichkeiten in Nürnberg eher beschränkt sind und daran ist es dann auch letztendlich gescheitert.

Die Inspiration zum Kochen kam schließlich über die Hofer Filmfestspiele, wo viele Schlagerstars waren und gut bekocht wurden. Das hat mich fasziniert.“

Sie haben einmal gesagt: „Das was auf dem Teller passiert, ist ein Spiegel der Gesellschaft.“ Hat sich der Geschmack über die letzten zehn Jahre verändert?

„Aktuell gibt es drei große Gastronomiekonzepte, die funktionieren und erfolgreich sind. Zum einen der selbst gemachte Burger, zum anderen das Steakhouse mit qualitativ hochwertigem Fleisch und zu guter Letzt die japanische Küche. Zwischen allen dreien gibt es eine ganz klare Parallele und die lautet: Eindeutigkeit und keine Rätsel. Wenn man jetzt einen Bogen zwischen Gesellschaft und Küche spannt, erkennt man eine Differenz. Wir blicken in die Welt und verstehen sie nicht mehr. Wir sind in einem Konflikt zwischen Generationen, zwischen Mann und Frau, zwischen Alt und Jung, zwischen berufstätig und nicht berufstätig, zwischen Studierten und nicht Studierten. Das ist ein unfassbarer Wirbel, in dem wir uns befinden. Es gibt fast keine Begegnungen, die wir machen können, ohne ein gesellschaftlich auferlegtes Konfliktpotenzial. Daraus ergibt sich ein großes Unverständnis gegenüber der Welt, das im Grunde dazu führt, dass wir etwas sehr Ehrliches, Klares auf unserem Teller haben wollen. In der Küche geht es im Moment nicht um Rätselraten, sondern um Klarheit, die uns in unserer Lebenswelt fehlt.“

Ein gesellschaftlicher Trend ist zurzeit auch gesunde Ernährung. Die Menschen wollen sich bewusst und gesund ernähren. Kann man denn „gesund essen“ und „genussvoll essen“ sinnvoll zusammenbringen?

„Ja, natürlich. Ich mache mal ein Beispiel. Lassen Sie uns eine schöne Forelle aus einem schönen, klaren Wasser nehmen. Wir schneiden sie dünn auf, ich gebe Zitronensaft dazu und frisch geriebenen Meerrettich und anschließend träufle ich noch ein besonderes Öl, vielleicht ein MCT Öl darüber. Das ist von der Kokosnuss. Jetzt passiert folgendes: Die ätherischen Öle, die im rohen Fisch mit drin sind, sind für den Kopf ein richtiger Booster, genau wie das MCT Öl, der Meerrettich hat eine antibakterielle Wirkung, über die Zitrone brauchen wir gar nicht sprechen. Und schon hat man ein kulinarisches Highlight und es ist saugesund. Gesunde Küche liegt quasi auf der Hand. Sie ist aber und das muss man deutlich sagen, nur schwer industriell herstellbar. Das scheitert schon an den Lieferketten.“

Herr Herrmann, abschließende Frage: In ihren Live-Shows erzählen Sie von kleineren und größeren Missgeschicken bei Ihnen und Ihren Kollegen. Auf welche Anekdoten dürfen sich die Besucher in Ihren Live-Shows und auf der LEIF besonders freuen?

„Ja, natürlich geht auch mal etwas schief. Auf der LEIF werde ich sehr unterhaltsam von meiner größten Panne in einer Fernsehkochshow erzählen. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber es wird ein großer Spaß. Schließlich gehört Scheitern zu jeder Erfolgsgeschichte dazu und wenn man am Ende darüber lachen kann, hat es auch etwas Gutes.“

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Felix Kirschenbauer
Felix Kirschenbauer
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